
Elternsein ist wunderschön – und kann gleichzeitig eine der größten Herausforderungen im Leben sein. Wenn aus alltäglicher Erschöpfung ein dauerhafter Zustand wird, spricht man vom Eltern-Burnout. Studien zeigen, dass rund 10% aller Eltern betroffen sind.
Wie ist das bei dir? Kennst du auch das Gefühl, permanent „am Limit“ zu sein?
Wie ich selbst ins Eltern-Burnout geraten bin – und wieder herausgefunden habe
Irgendwann saß ich beim Hausarzt, weil ich dachte einen Herzinfarkt zu haben, ein beängstigendes Gefühl. Mein Herzrhythmus war unregelmäßig, ich schwitzte am ganzen Körper und konnte nicht mehr richtig Atmen. Diagnose: Panikattacke. Meine erste Reaktion: Warum sollte ich eine Panikattacke haben? Ich, die doch immer so stark war!
Aber es war so. Ich bekam eine Überweisung zum Psychotherapeuten und schnell war klar: Erschöpfung, Überforderung, Schlafstörungen, Angstzustände: Willkommen im Eltern-Burnout. Aber wie konnte es soweit kommen?
Ich hatte drei kleine Kinder, gerade einen neuen, herausfordernden Job angefangen, mein Mann war beruflich viel unterwegs und ich musste erkennen, dass ich mein Leben, so wie es gerade war, nicht mehr stemmen konnte. Autsch, das tat weh. Ich fühlte mich wie eine Versagerin, denn wenn ich mich umblickte, hatte ich das Gefühl, alle anderen Mamas schaffen es. Warum ich nicht?
Aber das war erstens die falsche Frage und zweitens auch nicht richtig. Im Laufe der nächsten Monate und Jahre habe ich viele Frauen kennengelernt, die auch am Limit und manchmal sogar darüber waren. Was mich schlußendlich auch zu meiner Entscheidung geführt hat, Menschen zu beraten, die vor genau diesen Herausforderungen stehen. Mehr Info’s zu meiner Beratung
Es begann ein langer Weg der Einsicht und Erkenntnis. Ich musste viele alte Glaubenssätze aufarbeiten (Du musst alles alleine schaffen), das Bild das ich von mir als Mutter hatte ändern (Die Mutter muss sich primär um Kinder und Haushalt kümmern) und lernen Hilfe von außen anzunehmen. Aber es hat sich ausgezahlt. Heute bin ich stärker und gleichzeitig milder zu mir selbst und habe gelernt meinen ganz eigenen Weg zu gehen. Und das kannst du auch! Im folgenden habe ich ein paar Fakten zum Eltern-Burnout für dich zusammengefasst.
Was versteht man unter Eltern-Burnout?
Eltern-Burnout bezeichnet einen Zustand tiefer, chronischer Erschöpfung, der spezifisch durch die mehrfach Belastung ausgelöst wird, die das Elternsein oftmals mit sich bringt.
Typische Merkmale sind:
- Chronische Müdigkeit, die auch durch Schlaf oder Pausen nicht mehr verschwindet
- Emotionale Distanz zu den eigenen Kindern, das Gefühl, sich zurückziehen zu wollen
- Gefühl der Unzulänglichkeit: „Ich bin keine gute Mutter / kein guter Vater“
- Verlust von Freude am Familienleben
Warum Eltern ausbrennen?
Eltern-Burnout entsteht selten durch einen einzigen Faktor. Meist ist es ein Zusammenspiel aus innerem Anspruch und äußeren Belastungen:
- Perfektionismus: Der Wunsch, alles richtig zu machen
- Fehlende Unterstützung im familiären oder sozialen Umfeld
- Schlafmangel oder Schlafstörungen
- Hohe Erwartungen an sich und das eigene Leben
- Geringe Selbstfürsorge: für die eigenen Bedürfnisse bleibt kein Platz
Folgen für Eltern & Kinder
Eltern im Burnout fühlen sich überfordert und unzureichend. Ohne rechtzeitige Unterstützung kann dies nicht nur ihre eigene Gesundheit beeinträchtigen (Depression, Angststörungen, psychosomatische Beschwerden), sondern auch das Familienklima belasten. Kinder spüren die Distanz und reagieren oft mit Rückzug, Verhaltensauffälligkeiten oder übermäßiger Anpassung.
Wege aus dem Burnout
Der wichtigste Schritt ist, das Problem ernst zu nehmen – und nicht als persönliches Versagen zu sehen. Hilfreich können sein:
- Entlastung im Alltag: Aufgaben abgeben, Hilfe annehmen
- Eigene Bedürfnisse ernst nehmen: kleine Auszeiten, Hobbys, Ruhephasen
- Soziale Unterstützung: Austausch mit anderen Eltern, Familie, Freunden
- Professionelle Begleitung: Coaching oder psychologische Beratung

Ich unterstütze dich, wieder in deine Kraft zu kommen!
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📚 Wichtige Quellen mit Link
- Roskam, I., Aguiar, J., Aunola, K. et al. (2021).
Parental burnout around the globe: a 42-country study.
Affective Science, 2, 58–79.
👉 Springer-Link (Open Access) - Kara, H., & D’Cruz, K. et al. (2024).
Parental burnout: a systematic review and meta-analysis.
Journal of Affective Disorders, 367, 1–14.
👉 ScienceDirect - Mikolajczak, M., Roskam, I. (2018).
Parental burnout: what is it, and why does it matter?
Clinical Psychological Science, 6(4), 1–14.
👉 SAGE Journals
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